Material,  Projekte

Projekt Jurte

Ich mag Zelte! Ich finde, in einem Zelt zu schlafen, ist eine ganz wunderbare Möglichkeit der Natur ganz nah zu sein. Außerdem beschränkt man sich so schön auf das Wesentliche, weil einem nur ein kleiner begrenzter Raum zur Verfügung steht! Also für mich persönlich, eine der schönsten und nachhaltigsten Formen Urlaub zu machen.

Mein Leben lang verbringe ich schon auf diese Weise meine Ferien, also in der freien Natur oder auf Campingplätzen. Dabei waren nicht immer nur Zelte mein temporäres Zuhause. Über die Jahre habe ich viele unterschiedliche Übernachtungsvarianten ausprobiert, wie beispielsweise ein Faltcaravan, einige Wohnwägen, ein Bauwagen, ein Schlaffass, ein umgebauter Bus, ein Baumhaus, ein hängendes Baumzelt, eine Hängematte und natürlich diverse Zelte in allen möglichen Formen, Größen und aus unterschiedlichen Materialien.

Und so ergab es sich dann fast ganz automatisch, dass ich immer mal wieder in meinem Atelier Projekte bearbeite, bei denen es um die Umgestaltung, den Ausbau oder die Reparatur von Produkten Rund um das Thema Camping und Zelte geht. Wie etwa die Anfertigung eines neuen Stoffbezuges oder ganz neue Polster für den alten Wohnwagen, die Anfertigung von Matratzen mit speziellen Maßen oder Vorhänge für Bullis und Bauwägen oder natürlich auch diverse Reparaturarbeiten an Zelten, Campingutensilien und Schlafsäcken.

Die Anfrage!

Bei dem Projekt, welches ich dieses mal bearbeiten durfte, ging es um eine eher spezielle Art von „Zelt“ Reparatur! Die Anfrage lautete: Kannst Du einen großen Riss und einen Kleinen, eine aufgerissene Naht am Rand, die sehr auf Spannung steht und einige Brandlöcher flicken und reparieren? Die Schäden sind an einer Jurte, mit einem Durchmesser von etwa 8 Metern!

Ok, ich kannte diese Jurte und wusste, dass es ein riesiges Ding ist, mit einer ganzen Menge Stoff, mit richtig viel Gewicht. Die Reparatur konnte also definitiv nicht in meinem Atelier stattfinden, soviel Platz habe ich hier gar nicht. Deshalb plante ich die Reparatur draußen unter freiem Himmel auf unserem Hof durchzuführen. Gesagt, getan, an einem sonnigen Tag machte ich mich an die Arbeit und stellte dafür kurzerhand meine Nähmaschine auf den Hof.

Es war ein ganz schöner Kraftakt, den ganzen Stoff zu bewegen und die Flicken von beiden Seiten, an der richtigen Stelle zu positionieren und anschließend festzunähen. Aber es hat sich gelohnt! Die Jurte ist jetzt wieder voll einsatzfähig und bereit für den nächsten Aufbau.

Material

Eine Jurte besteht in den meisten Fällen aus einem Baumwoll-Zeltgewebe. Häufig ist dieser Stoff noch zusätzlich imprägniert, das sorgt für wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften. Die bei Nässe aufquellende Baumwolle sorgt zusätzlich für Wasserdichtigkeit und sie ist unempfindlich gegen Funkenflug. Das ist wichtig, wenn man ein Lagerfeuer unter der Jurte machen oder einen Zeltofen aufstellen möchte. Für die Stoffflicken habe ich aus diesem Grund genau so einen unelastischen und stabilen Stoff mit den gleichen Eigenschaften aus 100%iger Baumwolle mit einem Gewicht von 280g pro qm und 70daN verwendet.

Für die Reparatur des Risses im Randbereich, diente mir ein extra stabiles Gurtband als Trägerstoff. Um die Flicken und das Gurtband zu befestigen habe ich ein mittelstarkes Nähgarn aus 100% hochfestem Polyester ausgewählt. Es ist langlebig, extrem reißfest, UV-beständig und optimal für dieses Projekt geeignet gewesen.

Don´t replace it, try to repair it!

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